Nichts als Zahlen

Plötzlich sind die Alleinerziehenden ganz groß und überall in den Medien. Die bahnbrechenden Neuigkeiten: Die Zahl der Einelternfamilien steigt, Alleinerziehenden sind zu 90 Prozent Frauen und überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen. Das belegen die Ergebnisse des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, die letzten Donnerstag in einer Pressekonferenz veröffentlicht wurden. Nichts Neues also.

Allein das Wiederholen von Zahlen und allgemeine Betroffenheit helfen jedoch keinem, besser gesagt keiner. Wo bleibt die Reaktion der Politik? Trotz Sommerloch wäre irgendeine Reaktion doch wünschenswert!

Stattdessen wird unbeirrt die Streichung des Elterngeldes für SGB II-Bezieher/innen verfolgt und überlegt, wie die die Erhöhung der Regelsätze umgangen werden kann. Die wirklichen Ursachen der hohen Armutsgefährdung von Alleinerziehenden, nämlich prekäre Beschäftigungsverhältnisse und unzureichende Arbeitsvermittlung, werden nicht diskutiert. Und: Frauen verdienen im Schnitt 23 Prozent weniger als Männer. Auch das ist nicht neu.

Ein kurzes Leuchtfeuer im Sommerloch. Das Medieninteresse ebbt schon wieder ab und weiter geht’s wie immer. Geschlechtergerechtigkeit ist nicht in Sicht!