Was ist mir wichtig?

Thema: Studium
Was ist mir wichtig?

Meine Freunde sind mir wichtig, mein Familie, mein Freund und meine Hobbys. Ja, Shopping ist auch wichtig, Schuhe und Taschen, aber das wohl momentan Wichtigste für mich ist mein Abitur und alles, was mich danach erwartet.

Ich bin 18 Jahre alt, Tochter einer alleinerziehenden Mutter, überglücklich verliebt und besuche zurzeit noch die 13. Klasse eines Gymnasiums. Um genau zu sein: noch 9 Wochen Schulzeit.

Fast melancholisch und traurig blicke ich nun auf die vergangenen 13 Jahre Schule zurück und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Vor nicht allzu langer Zeit bestanden die größten Probleme noch darin, wer die schönste Federtasche hat, wessen Diddl-Füller wohl am besten schreibt und wer die tollsten Sticker besitzt. Heute sieht die Welt dahingehend ganz anders aus. In den Pausen wird nun über Bewerbungen, Einstellungstests, Studienrichtungen und natürlich die bevorstehenden Abiturprüfungen heiß diskutiert. Wer macht was, wer kann was und wer schafft was?

Die letzten Unterrichtsblöcke, die letzten langen Schultage sind gezählt und ich ertappe mich immer wieder selbst dabei, wie ich jeden noch so ermüdenden Block genieße und selbst meinem Mathelehrer verzeihen kann, dass er mich auch jetzt noch so kurz vor dem Ende mit Exponential- und Logarithmusfunktionen um den Verstand bringt. Bewusst, wie schön das alles und wie beruhigend die Schulzeit war, wird mir dadurch aber erst jetzt.

Meine große Leidenschaft und Interesse lag bereits vor vielen Jahren in der deutschen Literatur mit Goethe, Schiller, Lessing und all die anderen großen Dichter und Dramatiker, im Lesen und im Verfassen eigener, kreativer Texte. Gerade deshalb habe ich mich vor 2 Jahren, zu Beginn der Q-Phase für den Leistungskurs Deutsch entschieden. Ein Entschluss, den ich bis heute keinen Augenblick bereut habe, sondern der mich nur darin bestärkt hat, nach der Schule ein Germanistikstudium zu beginnen. Die Einstiegszahlen- und Chancen, in die ich bei meinem Besuch in der Humboldt-Universität vor kurzer Zeit einsehen konnte, machen mir dahingehend allerdings nicht sonderlich viel Mut. Gerade mal 35 von insgesamt 990 Bewerber/innen werden dort im Wintersemester für ein Germanistikstudium zugelassen. Voraussetzung: ein Abschluss von 1,5.

Möglich? Vielleicht! Ja, klar, kann man es schaffen. Meine Vorstellung und meine Meinung dazu war und ist immer, dass man alles erreichen kann, wenn man es nur will und den nötigen Ehrgeiz entwickelt. Mir persönlich war schon sehr früh klar: „Ich geh aufs Gymnasium, mach Abitur und danach werd ich studieren!“  Dieser Gedanke hat sich bis zu dem heutigen Tag kein bisschen verändert. Mein Ziel war und ist mir immer klar, der Weg steht mir offen und den nötigen Halt bekomme ich durch meine Freunde, meinen Freund, aber doch vor allem durch meine Familie und insbesondere meiner Mutter, wenn auch ich einmal zum Zweifeln komme und ich weiß, dass diese immer hinter mir steht und stolz auf das ist, was ihr Kind macht.

Das Abitur wird nur eine kleine Etappe dessen sein, was uns Abiturienten noch bevorsteht. Die Frage ist nur, ob man stehen bleibt oder ob man bereit ist, etwas für sich und seine Zukunft zu leisten. Ich kann nur für mich sprechen und weiß, dass ich damit etwas für mich persönlich tue und mir selbst beweisen kann, dass man seine Ziele immer erreichen kann. Das gilt für heute und für alle anderen tückischen und steinigen Wege, die das Leben so mit sich führt. Also liebe Schüler/innen und zukünftigen Abiturienten und Abiturientinnen, ich kann euch nur ermutigen, optimistisch in die folgende Zeit zu schauen und euer Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Es lohnt sich immer!

Vicky B.