"Eine Beziehung, die nicht funktioniert, ist zu belastend."

Thema: Elternzeit
"Eine Beziehung, die nicht funktioniert, ist zu belastend."

Ich genieße die 14 Monate Elternzeit mit meinem kleinen Sohn gerade sehr bewusst. Ich freue mich über Pauls Entwicklung und die vielen Dinge, die er gerade lernt und ausprobiert. Auch wenn ich mir eigentlich alles anders vorgestellt hatte. Ich wollte zwar immer Kinder haben, aber mit dem Traumprinzen, der auf einem Pferd angeritten kommt und mit mir eine Familie gründet.

Stattdessen wurde ich völlig ungeplant schwanger, nach fünfmonatiger Beziehung mit einem zehn Jahre älteren Mann, der bereits drei Kinder hatte und noch dazu in Berlin lebte, während ich wegen eines Jobs als Controllerin gerade nach Frankfurt am Main gezogen war. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Kind wirklich bekommen wollte.

Als ich mich schließlich für die Schwangerschaft entschied, zog sich mein Partner zurück. Ich war viel allein und ahnte, dass die Beziehung nicht halten würde. Deshalb kehrte ich als gebürtige Berlinerin zurück in meine Heimatstadt, wo ich Rückhalt von Familie und Freundinnen hatte. Es war mir aber auch wichtig, in der Nähe des Vaters meines Kindes zu leben. Als Jugendliche hatte ich nach der Trennung meiner Eltern miterlebt, dass vor allem meinem Bruder der Vater sehr fehlte.

Auch wenn ich mich zwei Monate nach Pauls Geburt von meinem Partner trennte, ist es mir sehr wichtig, dass mein Sohn die Chance bekommt, eine Beziehung zu seinem Vater aufzubauen. Ich freue mich darüber, dass Paul demnächst seine drei Halbbrüder kennenlernen wird.

Den Alltag mit Baby bewältige ich dank der familiären Unterstützung sehr gut. Ich muss mir aufgrund meines ausreichend hohen Elterngeldes finanziell keine Sorgen machen und kann nach der Elternzeit von Berlin aus wieder in meinem Beruf arbeiten. Ich profitiere als Alleinerziehende jetzt davon, dass ich in meinem Job lernen musste, mit viel Input zurechtzukommen, Prioritäten zu setzen und Lösungen zu finden. Auch der Austausch mit anderen Müttern in der VAMV-Gesprächsgruppe für Alleinerziehende mit Säuglingen war für mich wichtig.

Ich bin zufrieden mit meiner Situation, wünsche mir aber, dass irgendwann wieder ein Mann in mein Leben tritt. Es muss ja nicht gleich der Prinz auf dem Schimmel sein.

Maria

Foto: Angela Jagenow (www.flickr.com/photos/vamv)

Das Portrait wurde uns freundlicherweise vom VAMV Landesverband Berlin e.V. zur Verfügung gestellt.

Wenn auch du deine Geschichte hier erzählen möchtest, dann melde dich bei uns unter info@die-alleinerziehenden.de.