Wie nur kommen die Steuern zu den Kindern…..?!

Kategorie: aus dem Leben

Letzte Woche berichteten die Medien, dass viele Menschen gerne bereit wären, mehr Steuern zu bezahlen, wenn......ja, wenn sie wüssten, dass dieses Geld auch wirklich bei den Kindern ankommt. Zu Recht, würde ich sagen!

Ich denke, vielen geht es so wie mir: Wir lesen, dass es der Wirtschaft besser geht, sie brummt. Wir sind offensichtlich mit einem oder zwei blauen Augen aus der Finanzkrise gekommen. Aber gleichzeitig mit knapp einem Fünftel der Kinder, die in Armut aufwachsen. Ich glaube, dieseRechnung hier ist keine falsche: Zwischen dem wirtschaftlichen Wohlstand einer Gesellschaft und der Kinderarmut besteht ganz offensichtlich ein Zusammenhang. Reiche werden reicher, weil die Armen ärmer werden, auch die Alleinerziehende und (ihre) Kinder.

Die führenden Sozialverbände rufen schon lange ganz laut, dass wir diesen Missstand nicht ohne Steuererhöhungen beheben können. Und auch die Evaluation der familienfördernden Leistungen im letzten Sommer hat ergeben, dass zwar viel ausgegeben wird, aber das wenigste dort ankommt, wo es am wichtigsten ist: bei den armen Kindern.

Was also tun?

Ein guter Moment, die Politik daran zu erinnern, dass wir die Kindergrundsicherung brauchen, und zwar JETZT. Die und nur die könnte den Steuermehrzahlenden glaubhaft vermitteln, dass das Geld auch wirklich ankommt.

Warum? Also, vor allem sichert sie, wie der Name sagt, die Existenz eines jeden einzelnen Kindes und rechnet dabei auch das ein, was Kinder für ihr weiteres Leben an wichtigen Bildungsangebote brauchen.

Sie muss aus Steuern bezahlt werden und das schafft für mich eine Gerechtigkeit über den Unterhalt, die Familienbesteuerung und das Kindergeld hinaus: Jeder bezahlt mit seinen Steuern für das Wohl aller Kinder mit. Und investiert damit in einen existenziellen Bereich der gesellschaftlichen Zukunft.

Eine einheitliche Kindergrundsicherung schafft auch Gerechtigkeit den Kindern gegenüber: Sie sagt, dass jedes einzelne Kind gleich viel wert ist und nicht dasjenige mehr, dessen Eltern mehr verdienen oder verheiratet sind. Weil damit die steuerlichen Vergünstigungen steigen. So,wie es jetzt ist – Jedes Kind bekommt absolut das Gleiche, aus Steuergeldern. Wer mehr verdient, bezahlt auch mehr.. - Viele der familienfördernden Leistungen werden gar nicht abgerufen. Das Bildung- und Teilhabepaket ist zu kompliziert und aufwändig, braucht zu viel Wissen und Zeit. Folge: Die Zielgruppe macht aus Wissens- und/oder Zeitmangel nicht mit. Und wird damit verfehlt.

Klar: Um es bezahlen zu können, müssten wir einen großen Teil der bisherigen familienfördernden Leistungen einstampfen. Damit könnten wir Geld sparen, aber auch durch wegfallende Bürokratie – was für eine Ersparnis! Damit es von der anderen Seite auch fair ist, gibt es nur noch die Steuerklasse I.

Ganz viel wird hier politisch diskutiert: Wer soll da bezahlen? (Wer bezahlt den Wahnsinn denn heute?). Bekommen Familien nur deshalb dann Kinder? Das ist so naiv, wie nicht belegt. Aber selbst wenn: Wird nicht immer gesagt, dass wir das wollen? Mehr Kinder?! - Es geht doch darum, dass alle die gleichen Chancen bekommen, die ihnen später ein eigenverantwortliches Leben ermöglichen Das Familie zu haben IST nicht nur Privatsache .

Spannend finde ich die gerne von Nichtbetroffenen gestellte Frage: Was machen wir mit unterhaltsflüchtigen Vätern bzw. Müttern? Es ist ein berechtigtes Anliegen, aber nicht meines. Ich hätte gerne eine schnelle Lösung, mein Kind ist jetzt Kind. – Wie genau diese Frage und viele anderen gelöst werden, ist für mich und die armen Kinder nachrangig zu klären. Gerne zurück holen. Aber sich nicht darauf verlassen, dass ich als betroffene Alleinerziehende das alleine tun kann. Das kann ich nicht. Wer also Kinderarmut beheben will, darf sich einfach nicht hinter Scheinargumenten verstecken.