EU entschließt sich: Alleinerziehende besser unterstützen

Thema: Politik

Das Europäische Parlament (EP) fordert mit seiner Entschließung vom 25. Oktober 2011 die EU-Mitgliedstaaten auf, die Situation Alleinerziehender zu verbessern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen den Bedürfnissen und Lebensumständen alleinerziehender Mütter gerecht werden, aber auch alleinerziehende Väter adressieren.
Das EP hält fest, dass fünf Prozent aller Frauen der EU-Mitgliedstaaten alleinerziehende Mütter sind und zu 85 Prozent in einem Alter zwischen 25 und 64 Jahren. Alleinerziehende sind europaweit oftmals sozial und wirtschaftlich benachteiligt. Dessen ungeachtet steige die Anzahl der Alleinerziehenden in den Mitgliedstaaten an, nicht zuletzt weil sich immer mehr Frauen aus freien Stücken dafür entscheiden, als Mutter ledig zu bleiben. Diese Entwicklung findet in der Politik der Mitgliedstaaten keine adäquate Entsprechung. Vielmehr, konstatiert das EP, dass viele Mitgliedstaaten nach wie vor ihre Politik nicht an pluralisierten Familienmodellen ausrichten und stattdessen ein falsches stereotypes Bild von Alleinerziehenden (z. B. als verantwortungsloser Teenager) gezeichnet werde.
Angesichts des europaweit erhöhten Armutsrisikos von Alleinerziehenden wird betont, dass „die Bereitstellung hochwertiger und erschwinglicher Kinderbetreuung äußerst wichtig für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder ist“ da diese „zur Verringerung der Armut, einschließlich der Armut von Kindern, und zur Verstärkung der sozialen Eingliederung beiträgt“. Daneben muss mittels Beratungsangeboten und spezifischen Bildungsprogrammen der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie fordert das EP dazu auf, die Väter der Kinder von Alleinerziehenden stärker einzubeziehen. Des Weiteren sollen die Mitgliedstaaten zukünftig sicher stellen, dass der Kindesunterhalt regelmäßig gezahlt wird.
Bemerkenswerterweise empfiehlt das Europäische Parlament neben anderen weiteren Maßnahmen wie z. B. der Einrichtung von Familienzentren auch den Ausbau von „zwischenmenschlichen Online-Chatforen“ und Blogs, um die Isolation Alleinerziehender zu verringern.

PS: Siehe hier www.die-alleinerziehenden.de!

Die Entschließung finden Sie auf der Internetseite www.europarl.europa.eu unter der Nummer: P7_TA-PROV(2011)0458.