Equal Pay Day: Heute ist Silvester für Frauen

Bis zum 26. März 2010 müssen Frauen arbeiten – erst dann haben sie für 2009 genauso viel verdient wie Männer. 23 Prozent beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern, der so genannte „gender pay gap“. Das ist der Unterschied des durchschnittlichen Bruttostundenlohns. Das heißt, dass Frauen fast ein Viertel weniger verdienen als Männer. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) hält dieses Silvester für keinen Grund zum Feiern.

Je nach Branche unterscheidet sich diese Lücke. Besonders benachteiligt sind Frauen in freien Berufen ohne Tarifbindung und diejenigen, die in frauenspezifischen Branchen arbeiten. Selbst Hochschulabsolventinnen verdienen bei gleicher Qualifikation weniger als ihre männlichen Kollegen. Am Equal Pay Day, der dieses Jahr am 26. März stattfindet, gehen Frauen mit roten Taschen auf die Straße, um gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit zu fordern.

„Es ist ein Skandal, dass in einer modernen Gesellschaft Geschlecht immer noch zu Lohnunterschieden führt. Deutschland bildet eins der Schlusslichter im europäischen Vergleich. Die Situation der Lohn-ungleichheit wird verschärft durch die schlechtere Besteuerung – was sowohl verheiratete Frauen betrifft als auch Alleinerziehende, die zu 90 Prozent Frauen sind. Während die Ehefrau sich mit Steuerklasse V selbst übervorteilt, wird auch die Alleinerziehende in der Steuerklasse II nur minimal entlastet. Beides führt zu Frauenarmut“, so Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV.

Der VAMV kritisiert das Fehlen verbindlicher Gesetzesvorgaben zur Abschaffung der Lohndiskriminierung. „Freiwillige Vereinbarungen haben zu freiwilliger Untätigkeit geführt oder allenfalls zu symbolischen Maßnahmen. Es ist Zeit zu Handeln“ schließt Edith Schwab, VAMV-Bundesvorsitzende und Fachanwältin für Familienrecht.

Pressemitteilung des Verbandes alleinerziehenden Mütter und Väter vom 26. März 2010