Kindergrundsicherung: 500 Euro für jedes Kind

Thema: Kindergeld

1,93 Millionen Kinder unter 15 Jahren sind von Sozialgeld abhängig. Gut die Hälfte dieser Kinder lebt in Haushalten von Alleinerziehenden. Reaktionen von Seiten der Politik waren allesamt in die falsche Richtung ausgerichtet: Die Familienministerin hat vor kurzem die Änderungen beim Kinderzuschlag vorgestellt – zur allgemeinen Unzufriedenheit der Fachverbände. Die Maßnahmen zielen nicht auf die Ursachen von Kinderarmut: Strukturelle und finanzielle Mängel im System der Familien- und Kinderförderung. In der Vorbereitung für den 3. Armutsbericht wurde das Kapitel „Alleinerziehende“ abgeschafft, so als müssten nicht die Alleinerziehenden – und vor allem ihre Kinder – die Hauptzielgruppe von Bekämpfungsmaßnahmen sein. Es ist zurzeit nicht absehbar, dass die Bundesrepublik konsequente Maßnahmen ergreift, um den knapp zwei Millionen armen Kindern in Deutschland eine Existenzsicherung und Teilhabe and er Gesellschaft zu ermöglichen. Die Bekämpfung von Kinderarmut ist nach wie vor nicht leitendes Prinzip öffentlichen Handelns.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) bringt seine Forderung nach einer Kindergrundsicherung als Hauptthema in den Wahlkampf ein. Im März 2009 hat er sein Konzept in einem Flyer publiziert.

Die Kindergrundsicherung, die der VAMV auf allen öffentlichen Plattformen fordert, würde alle Kinder aus dem Sozialgeldbezug herausholen. Das würde keine der anderen vorgeschlagenen Maßnahmen tun. Die Kindergrundsicherung in Höhe von 500 Euro würde jedem Kind das sozio-kulturelle Existenzminimum bereitstellen, von dem alle Grundbedürfnisse bezahlt werden könnten: Dazu zählen auch bildungsrelevante Bestandteile wie Schulessen, Musikunterricht, Nachhilfe und Sportsachen, die im Moment von armen Kindern bzw. deren Eltern nicht finanziert werden können. Nach Vorträgen und Gesprächen, in denen der VAMV die Kindergrundsicherung vorstellt, stößt er vielfach auf Zustimmung für das Modell.