Das Kind beteiligen - aber wie?

Kinder und Jugendliche von Alleinerziehenden haben größtenteils die Trennung ihrer Eltern erlebt. Je nach Alter sind sie vorher, während und danach in die unterschiedlichsten Auseinandersetzungen involviert – die der Eltern, die mit dem Jugendamt, die vor Gericht. Nicht nur die Trennung selbst schafft Handlungsbedarf und nicht selten auch Konflikte, die neue Familienkonstellation zu gestalten. Umgangsregelungen, Unterhaltszahlungen, Sorgerechtsentscheidungen betreffen immer auch die Kinder, deren Wohlbefinden ganz erheblich von den Folgen dieser Entscheidungen beeinflusst werden kann.

Wie können Regelungen getroffen werden, die von allen Familienmitgliedern angenommen und im Alltag gelebt werden können? Werden Kinder und Jugendliche in der Praxis ausreichend beteiligt? Wie und durch wen werden ihre Interessen tatsächlich wahrgenommen? Was steckt hinter den Rechtsfiguren des Kindeswohls und des Kindeswillens? Wie ist die Sicht der Rechtsordnung auf das Kind?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der VAMV-Fachtagung. Vorträge zur Idee der Partizipation und den Rechten des Kindes im familienrechtlichen Verfahren und zur Praxis der Kindesanhörung in Deutschland werden die Fachtagung einleiten. Im Rahmen eines World Cafés soll anschließend eine kritische Auseinandersetzung mit der Sichtweise von Vertreter/innen der einschlägigen Professionen und den Erfahrungen von Eltern erfolgen: Das Ziel ist dabei, eine angemessene Beteiligung von Kindern und Jugendlichen vertieft zu diskutieren sowie gegebenenfalls gesetzliche Standards daraus abzuleiten.

Zur VAMV-Fachtagung wird eine Dokumentation erstellt, die die Ergebnisse zusammenfasst. Die Dokumentation 2011 ist demnächst unter www.vamv.de erhältlich.