Allein-Verantwortung für meinen Sohn

Allein-Verantwortung für meinen Sohn

Als mein Sohn acht Jahre alt war, brach sein Vater den Kontakt zu uns ab, da er in einer neuen Beziehung lebte. Ab diesem Zeitpunkt lag die ganze Verantwortung für jede Entscheidung in der Schule, Freizeit, Freiheiten mit seinen Freunden und für seine Entwicklung bei mir.

Am meisten belastete diese Allein-Verantwortung in der Erziehung mich, wenn etwas „schief ging“. Ich musste immer funktionieren, denn auch für unseren Lebensunterhalt musste ich alleine sorgen. Im Kindergartenalter war es schwierig eine KiTa zu finden, die auch während der Ferien sowie morgens vor 8 Uhr und abends bis 17 Uhr (Arbeitszeit) geöffnet hatte. Während der Schulzeit wäre es eine große Erleichterung gewesen, wenn es eine gute Hausaufgabenbetreuung gegeben hätte und auch sonstige finanzierbare Betreuungsmöglichkeiten.

Ich hatte das Glück, dass meine Eltern mich unterstützten. Dafür bin ich ihnen heute noch sehr dankbar. Vor allem auf meine Mutter konnte ich mich immer verlassen, und das war sehr wichtig, da die Kinderbetreuung damals noch große zeitliche Lücken aufwies. Alles in allem hat es aber auch viel Positives mit sich gebracht.

Mein Sohn und ich gehen sehr vertrauensvoll miteinander um. Vieles, bei dem sonst die Väter die Rolle übernehmen (Zelten, Angeln, Fußballspielen) durften und mussten wir miteinander erleben, was uns bis heute eng zusammengeschweißt hat. Heute freue ich mich darüber, dass er ein verantwortungsbewusster, liebenswerter und positiver Mensch ist.

 

Foto: Angela Jagenow (www.flickr.com/photos/vamv)

Das Portrait wurde uns freundlicherweise von der Redaktion der Zeitschrift Bambolino zur Verfügung gestellt.

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